Von Nick Burmeister, Hochzeits-DJ aus Augsburg
Der Sitzplan ist die Aufgabe, vor der sich die meisten Paare am längsten drücken. Zu Recht, denn kaum ein anderer Programmpunkt der Hochzeitsplanung hat so viel mit Familienpolitik zu tun. Hier steht, wie ihr die Sitzordnung ohne wochenlanges Grübeln hinbekommt, und welche Fehler ich als DJ am Tanzparkett-Rand am häufigsten sehe.
Ein guter Sitzplan ist unsichtbar: Niemand bemerkt ihn, weil alles einfach passt. Ein schlechter Sitzplan ist sofort spürbar, spätestens beim Hauptgang, wenn sich am Tisch keiner etwas zu sagen hat. Aus über hundert Hochzeiten weiß ich: Die Tische, die zuerst leer werden, wenn die Tanzfläche aufmacht, waren beim Essen meist die unglücklichsten Konstellationen. Die Mühe beim Sitzplan zahlt sich also direkt am Abend aus.
Ohne feste Zusagen ist jeder Sitzplan Zeitverschwendung, weil sich die Zahlen noch ändern. Wartet die letzten Rückmeldungen ab, am besten über ein Zusage-Formular mit klarer Frist. Wie ihr das aufsetzt, steht im Artikel RSVP online.
Runde Tische fördern Gespräche, weil jeder jeden sieht, brauchen aber mehr Fläche als lange Tafeln. Lange Tafeln wirken festlicher und sparen Platz, trennen die Gäste aber in zwei gegenüberliegende Reihen. Beides funktioniert, die Location entscheidet meist mit, weil der Raum eine bestimmte Aufteilung vorgibt.
Fangt nicht bei einzelnen Namen an, sondern bei Gruppen: Familie der Braut, Familie des Bräutigams, gemeinsame Freunde, Kolleginnen und Kollegen, weiter entfernte Verwandte. Setzt zuerst diese Blöcke an Tische, erst danach verteilt ihr innerhalb der Blöcke die einzelnen Namen. Das verhindert, dass ihr am Ende einen einsamen Gast übrig habt, der zu niemandem so richtig passt.
Getrennte Elternteile, zerstrittene Cousinen, der Kollege, der niemanden kennt: Diese Fälle plant ihr am Ende gezielt, nicht nebenbei. Ein Tisch mit gemischten Interessen und mindestens einer bekannten Person rettet fast jeden Einzelgast vor einem stillen Abend.
Auf Papier lässt sich schlecht etwas verschieben, ohne alles neu abzuschreiben. Excel ist flexibler, zeigt aber keinen echten Raum, nur eine Liste. Am wenigsten Reibung gibt es, wenn ihr direkt auf dem Grundriss der Location plant: Tische an die richtige Stelle setzen, Namen per Klick zuweisen, verschieben, wenn sich noch etwas ändert.
Bei about2marry ladet ihr den Grundriss eurer Location hoch, setzt die Tische direkt darauf und weist Namen per Klick zu, statt mit Excel-Zeilen und Papierlisten zu jonglieren. Der fertige Plan geht als druckfertiges PDF an die Location, und ihr könnt ihn bis kurz vor der Feier noch anpassen, wenn sich eine Zusage ändert. Wie ihr die Seite insgesamt aufbaut, von der Gästeliste bis zum Sitzplan, steht in der Anleitung Hochzeitshomepage erstellen.
Etwa eine Woche vor der Feier, wenn die letzten Zusagen und Absagen eingetrudelt sind. Früher lohnt sich meist nicht, weil sich bis dahin noch Gäste ummelden.
Bei runden Tischen meist 8 bis 10 Personen, bei langen Tafeln rechnet man mit etwa 60 bis 70 cm Platz pro Gast. Die Location gibt die genaue Zahl meist im Grundriss vor.
Nein. Manche Paare legen nur die Tische fest und lassen die Plätze am Tisch offen. Das nimmt Druck aus der Planung, funktioniert aber nur bei überschaubaren Gästezahlen und wenn niemand strikt getrennt werden muss.
Über den Autor
Nick Burmeister legt seit über zehn Jahren auf Hochzeiten auf, bisher auf mehr als hundert. about2marry hat er gebaut, weil er jedes Jahr dieselben Pannen sah: ein Ablauf, den niemand kannte, Allergien, die nie in der Küche ankamen, und Gäste ohne die Adresse der Location.
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